Lernbühne

Lernen ist eine, jedem Menschen angeborene Fähigkeit. Dennoch ist das Lernen ein hochkomplexer Vorgang. Das Kleinkind erfährt durch seine Sinne sein soziales Unfeld. Es lernt, sich zu bewegen, es begreift durch den haptischen Sinn und lernt, Dinge zu unterscheiden und wahrzunehmen. Das Kind lernt durch Hören, Sehen und Schmecken. Das Kind mit seiner Intelligenz macht aber auch emotionale Erfahrungen und diese tragen ebenfalls zum Lernen bei.


Erlebnisorientiertes und durch sinnliche Wahrnehmung geprägtes Lernen sind die Schlüssel für effektives Lernen. Lernen, so können wir feststellen, ist in der Tat ein sehr komplexer Vorgang und es kommt darauf an, Lernen ganzheitlich zu betrachten. Gerade in jüngster Zeit beeinflussen die „Neuen Medien“, insbesondere das Internet, nicht nur unser Sozialverhalten sondern auch unser Lernverhalten. Zeit kostet Geld – das ist eine Tatsache - und der Zwang zu lebenslangem Lernen die andere. Folglich muss Lernen neu gelernt werden. Es muss effektiver und effizienter sein – also schnell und mit hohem Lerntransfer. Um dies zu erreichen, muss Lernen auf die natürliche Art zu Lernen zurückgeführt werden. Zwänge, Leistungsdruck, Prüfungen und rationales Stoffaufnehmen ergeben nicht nur Lernstress sondern machen den Menschen unfähig, komplex zu denken und Erlerntes in die Praxis umzusetzen.

Die Pisa-Studie stellt dies eindeutig unter Beweis.


Der neue und zugleich alte Weg für effektives Lernen ist in der Erlebnispädagogik begründet und wir nennen es erlebnisorientiertes Lernen. Dies geschieht durch eine methodisch fein abgestimmte Dramaturgie im Sinne von inszeniertem Lernen.






 
Lernen zu inszenieren erfordert wie im Theater eine minutiös geplante Abfolge von Lernsequenzen und damit verbundenen Aktionen. Diese plant der Trainer und Moderator und wird somit zum Regisseur des Lerngeschehens. Die Teilnehmer der Lerngruppe sind Akteure – und um den Vergleich mit dem Theater abzurunden – sei erwähnt, dass sich das Geschehen auf einer Lernbühne unter Zuhilfenahme von Lernkulissen und Medientechnik abspielt.




 
Eine Lernbühne ist mehr als die Aktionszone eines Seminarraumes (siehe Aktionszone). Sie ist nicht statisch sondern flexibel und verwandelbar. Sie ist Kulisse mit ausgeklügelter Medientechnik. Die bedeutet: Das Lerngeschehen kann jederzeit dokumentiert werden, HSD-Videokameras zeichnen z. B. Rollenspiele auf, die mit moderner Schnitttechnik für die Reflexionsphase aufbereitet werden können. Raumsparende Plasmabildschirme eignen sich für brillante audiovisuelle Präsentationen und hochwertige Audio-Anlage zaubern ein eindrucksvolles Klangerlebnis.

Die Lernbühne ist ein Bereich der Kommunikation, der Konzentration, der Kreativität, der Phantasie, ein Experimentierfeld für inszeniertes Lernen.

Autor: Rudi Neuland